Samstag, 4. Dezember 2010

Beaujolais - oder/or "Red, red wine you make me feel so fine"









(For the English version please scroll down)

Gestern hatte ich die Freude, in den Genuss einer weiteren französischen Eigenart  zu kommen - nein, ich spreche nicht von den Streiks, darüber werde ich ein anderes Mal berichten - sondern die Ankunft des neuen Beaujolais, was unter den Grenoblois (oder wie auch immer man die Einwohner hier nennt) und den restlichen Bewohnern der Region Rhone-Alpes etwas gemischte Gefühle hervorzurufen scheint.
Beaujolais ist ein Weingebiet nördlich von Lyon, das zwar Teil des Burgund ist, aber einer anderen Weinsorte entspricht (genau nachzulesen auf Wikipedia:) Jedes Jahr ist der 3. Donnerstag im November der Tag an dem der Beaujolais nouveau erstmals verkauft werden darf. Dies ist für die Leute aus der Gegend fast eine Art von Feiertag. Letzte Woche schon hat eine Freundin nebenbei erwähnt, dass sie dieses Wochenende zu Hause bleibt, weil der neue Beaujolais herauskommt und sie sich den Stress nicht antun will. Ohne die geringste Ahnung wovon sie spricht (wie so oft seit dem ich in Frankreich bin) habe ich dazu nur wissend genickt (wie so oft seit dem ich in Frankreich bin), ohne der Bemerkung weiter Beachtung zu schenken (wie so oft seit ich hier in Frankreich bin). Gestern platzte dann plötzlich meine Kollegin mitten im größten Stress freudig heraus "Oh, heute kommt der neue Beaujolais" und sah mich voller Erwartung an. Da ich bis dahin nicht einmal wusste, dass es sich dabei um einen Wein handelt, habe ich vorsichtig nachgefragt und eine detaillierte Antwort lies nicht lange auf sich warten: "Na der Beaujolais nouveau 2010". Alles klar. Um dem Mysterium auf den Grund zu gehen verbrachte ich dann meine Mittagspause - immerhin sind mir ja 2 Stunden vergönnt - recherchierend im Internet. Nach der Arbeit wurde ich dann gleich mit in die nächste Bar genommen, in der bereits sämtliche Flaschen des neuen Beaujolais aufgereit bereit standen, damit ich als Ausländerin auch zu dem Vergnügen komme. Nachdem ich nicht gerade der grosse Weinkenner bin - ich trinke Wesswein ganz gerne ,aber kenne mich nicht aus - hatte ich keine Ahnung wie er schmecken sollte. Schliesslich wurde ich von meiner Kollegin und dem Barmann gefragt wie ich ihn finde und ich meinte er sei nicht schlecht. Was ich wirklich so fand, denn ich bin nicht so der Rotwein-Fan und dieser schmeckte nicht so bitter. Ausserdem wollte ich höflich sein! Darauf hin meinten beide, Barmann und Kollegin leicht abschätzig "Ah, man merkt dass du Deutsch bist. Il est dégulasse" - Er schmeckt eckelhaft (ein Lieblingswort der Franzosen). Beide tranken aber seelenruhig weiter. Auf dem Nachhauseweg bekam ich eine Sms von meiner Mitbewohnerin, dass sie heute bei uns einen Soiree Beaujoulais veranstaltet, also Leute eingeladen hat, um den Wein zu probieren. Als gute Mitbewohnerin bin ich natürlcih noch schnell in den Supermarkt und habe eine Flasche mitgenommen. Anscheinend hatte ich Glück denn sie meinte, mittlerweile wird der nach 19 Uhr nicht mehr verkauft, da es in den letzten Jahren etwas eskalierte. Ich habe gleich mal wieder recherchiert und bin dabei auf einen Artikel von 2005 gestoßen (ich füge ihn bei, für die die Französisch können) in dem steht, dass man in der Innenstadt Jugendlichen und Studente betrunkend durch die Straßen torkeln sehen konnte die "Wir wollen mehr Wein" sangen und sich mit den Polizisten anlegten wobei es sogar zu Verletzten kam. Letztendlich war aber alles nicht so schlimm, denn der Artikel endete mit der frohen Botschaft, dass diesmal überhaupt kein Auto angezündet wurde. Ich kam allerdings nicht umhin, einen leicht entäuschten Unterton daraus zu entnehmen:
Wir dagegen trotzten der Tradition und tranken gemütlich zu Hause, wir fanden es entschieden zu kalt um durch die Straßen zu torkeln. Ausserdem schmeckte der Beaujolais wie gesagt auch viel zu "degeulasse", wie alle wiederholt feststellten:)

ENGLISH:

Yesterday, I unexpectantly got to be part of yet another interesting French tradition – no I am not referring to strikes – but to Beaujolais Day, the official sales release of the local wine, an event that seems to be equally feared and anticipated by the
 „Grenoblois“ (which is how the inhabitants here are called, at least I think so).
But first things first. Located to the east of the rather big city Lyon, Beaujolais is a wine region bordering on the renowned Burgundy wine region without actually being a part of it. Every year,  the 3rd Thursday in November marks the day when the latest Beaujolais enters the market, an event that seems to put people in quite a festive mood.
I remember a friend mentioning that she was going to stay at home at the weekend due to Beaujolais Day because she doesn´t want to put up with all the fuss. Without the slightest idea what she was talking about, I only nodded knowingly, not giving this remark any more thought (This has become somewhat of a habit of mine ever since I came to this country –  at some point you get tired of always asking why and how).
A day later in the office I was abruptly pulled out of a state of deep concentration when my colleague suddenly burst out: „Oh, today it´s Beaujolais Day“, looking at me expectantly. Having successfully ignored this issue up to that point, I thought this might be the moment of enlightenment and carefully inquired what a Beaujolais actually is. A detailed answer followed right away: „Well, the Beaujolais 2010!“ Right.
In order to find out more about this mysterious day, I rushed home in my lunch break and googled it. No, I´m not a freak, I just happen to have two hours for lunch and once you have eaten and taken a nap there is still enough time left to go on the internet – long live the 35 hour –weeks.
Anyway, much the wiser I went back to work and after work my colleague asked me to go to a bar with her and try some. I didnt find it too bad, given that I´m usually not one for redwine, so I said I quite liked the fact that this one isnt too strong and bitter yet. The bar man´s comment to this was"oh well, your German" and my colleague´s very comment "Íl est degeulasse" - it´s disgusting or it tastes horrible - one of the most used words in French. Nevertheless, both of them kept on drinking. When I got home, my flatmate had invited some friends over to celebrate this event in style: eventually we had quite the collection of Beaujolais bottles going. Throughout the evening everyone assured my how "degeulasse" the wine was. When I woke up the next morning, all bottles were empty:)


Freitag, 12. November 2010

Grenoble in 5 Minuten - Text folgt nach den Fotos, muss mich erst noch "einarbeiten"




Markt unter der Brücke, die entsprechend bemalt ist

Cours Jean Jaures, eine der Haupstraßen

Blick auf die Bastille von Cours Jean Jaures aus


Isère


La Télépherique - die Seilbahn

Stadtgarten




Noch ein Markt - davon gibts hier an jeder Ecke einen





obligatorisch in jeder französischen Stadt

Place Victore Hugo - zentraler Treffpunkt





So wie bei all meinen bisherigen Auslandsaufenthalten (das klingt etwas angeberisch, es waren ja erst drei, und verglichen zu einigen Leuten hier ist das gar nichts) habe nicht ich die Stadt gewählt, sondern die Stadt mich. Dieses Konzept hat sich bis jetzt als gar nicht so schlecht erwiesen, denn man kommt dadurch in Gegenden, in die man sonst nie freiwillig gegangen wäre. Dies muss nicht unbedingt am Ruf der Stadt liegen, sondern kann auch damit zu tun haben, dass man vorher noch nie davon gehört hat.
Einigen Sportbegeisterten kommt die Stadt vielleicht noch entfernt bekannt vor durch die Olympischen Winterspiele, die hier 1968 stattfanden, aber viel weiter reicht der Bekanntheitsgrad dann doch nicht.
Daher nur kurz ein paar Fakten (keine Angst, nicht jeder Eintrag wird so trocken): Grenoble ist nach Innsbruck die zweitgrösste Hochgebirgsstadt, liegt aber mit einer Höhe von 200 m niedriger als München und ist auch komplett ebenerdig - wohl ein Grund weshalb es hier so viele Radfahrer gibt. Es fließen zwei Flüsse durch die Stadt, Drac und Isère (heimischer Klang in meinen Ohren). Ausserdem ist Grenoble auch eine der wenigen Städte, die eine eigene Seilbahn haben, die jeden Tag zu fast allen Zeiten fährt. Wie in Paris gibt es hier auch eine "Bastille", nur das es sich hier um eine Burg handelt.
Nach einigen Wochenenden mit spontanen Ausflügen in den Süden finde ich, dass Grenoble ideal gelegen ist: 3 Stunden mit dem Zug in den Süden und ans Meer, nach Montpellier oder Marseille (vorausgesetzt es ist kein Streik), 3 Stunden nach Mailand (wenn man deutsch fährt und die Geschwindikeitsbegrenzungen auf der Autobahn ignoriert) und 3 Stunden nach Paris.
Es gibt hier 3 Universtiäten, die auf einem riesigen Campus zusammen geschlossen sind. Der Anteil der Studenten, vor allem der Erasmus Studenten, ist hier sehr hoch, was sich vor allem ab Juni bemerkbar macht, wenn die Uni aus ist und alle Studenten hier verschwinden. Ich wollte es nicht glauben, aber im Sommer ist die Stadt wirklich wie ausgestorben, ein etwas eigenartiges Erlebnis. Ab dem 1 September "La Rentree" füllt sich die Stadt jedoch magisch mit Studenten und Doktoranden von überall her und die Bars und Cafes platzen aus allen Nähten.
Gestern war hier Feiertag und ich habe endlich mal den Tag genutzt um durch die Stadt zu laufen und Fotos zu machen, da man oft vergisst den Ort zu fotografieren an dem man wohnt.
Voila - Grenoble

Darf ich vorstellen: mein Blog / Introducing my Blog

Bonjour,

(For all English speakers: Please scroll down to the English version. Pour les Francais: Désolée, mais j´ai trop la flemme de traduire vers le francais, il faut donc se débrouiller avec l´anglais ou l´allemand, tant pis:)

Nach mehr als einem halben Jahr in Grenoble habe ich mir gedacht, ich könnte eigentlich mal einen Blog anfangen um somit auch all die Leute auf dem Laufenden zu halten, die aus verschiedenen Gründen nicht auf Facebook sind! Ich weiss noch nicht, wie regelmäßig ich diesen Blog führen werde und ob er überhaupt auf Interesse stösst, aber es ist einen Versuch wert. Da ich nun schon seit einiger Zeit hier bin, werden meine Einträge wohl nicht ganz chronologisch geordnet sein, was auch in gewissem Maße meinem etwas chaotischen Wesen entspricht (unter dem ich im Moment etwas zu leiden habe, aber mehr dazu später)!
Also, ich wünsche euch viel Spass und hoffe ich kann euch ein bißchen zeigen, wie mein Leben bei den Franzosen aussieht!

After more than half a year in Grenoble, I finally decided to start a blog:  Primarily because I would  like to share my life in France with all those people who are not on Facebook but also because I realized it might be fun for those people who are not here anymore to get an update on what´s going on in GRE and maybe it is also interesting for the people who are here to see France through "German eyes" :)  (Btw, this is not exactly a translation of the German introduction which some of my bilingual friends would have pointed out sooner or later so I thought I´d warn you right away)
Since I´ve already been here for a while, this blog will most likely not be written in a chronological order (I always find an excuse for being random), but rather include thematically posted entries - at least that´s what I´m aiming for.
So, here goes my attempt of having you participate in my French life, hope you´ll enjoy it.